Feldversuch eHighway Schleswig-Holstein

Güterverkehr

Gütertransport

Als Transitland im Herzen Europas verzeichnet Deutschland einen hohen Gütertransport im nationalen und internationalen Verkehr, vor allem auf Straße und Schiene. In Zahlen ausgedrückt: In Deutschland wurde im Jahr 2016 bei einem Transportvolumen von 4,5 Milliarden Tonnen Gütern eine Transportleistung von knapp 660 Milliarden Tonnenkilometern erbracht. Nach Schätzung der Verkehrsverflechtungsprognose des Bundeministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) aus dem Jahr 2014 wird die Transportleistung bis 2030 kontinuierlich um fast 40 Prozent ansteigen. Auch bei allen Anstrengungen bei der Verlagerung von Güterverkehr auf Schiene und Wasser werden das höchste Transportvolumen und die größte Fahrleistung dabei sowohl heutzutage als auch in näherer Zukunft mit einem Anteil von über 70 Prozent vom Straßengüterverkehr erbracht. Der hohe Anteil des Straßengüterverkehrs steht zum einen im Zusammenhang mit der Globalisierung, in deren Zuge Waren immer längere Wege quer durch Europa und die Welt zurücklegen. Zum anderen ist aber auch die Flexibilität und Schnelligkeit eines LKW im heutigen Zeitalter des Internethandels, in dem Kunden den Anspruch erheben, ihre Lieferung möglichst rasch zu erhalten, gefragt . Dazu kommt, dass der Straßengüterverkehr vor allem bei geringen Entfernungen bis 50 Kilometern durch seine Flexibilität deutliche Vorteile gegenüber dem Schienengüterverkehr hat und hier im Grunde konkurrenzlos ist.

Emissionen

Der Verkehrssektor ist laut Angaben des Umweltbundesamtes mit 164 Millionen CO2-Äquivalenten für 18 Prozent aller Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich. Der Güterverkehr hat dabei einen Anteil von über 30 Prozent dieser Emissionen. Wie auch in den Sektoren Strom und Wärme müssen die Treibhausgasemissionen auch im Verkehrssektor weitgehend reduziert werden. Zwar sind durch verschärfte Abgasvorschriften oder verbesserte Katalysatoren die absoluten Abgas-Emissionen seit 1990 leicht gesunken, doch der Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung sieht vor, die Emissionen im Verkehrssektor bis 2030 um 40 Prozent zu senken. Dies betrifft auch den Straßengüterverkehr mit seinen derzeitigen Emissionen von fast 40 Millionen CO2-Äquivalenten. Auch wenn es Bemühungen gibt, mehr Güterverkehr auf die umweltfreundlicheren Verkehrsmittel Binnenschiff und Güterzug zu verlagern, wird das Transportvolumen nach Einschätzung des BMVI in den nächsten Jahrzehnten so stark anwachsen, dass der Anstieg nicht über Schiene und Wasser kompensiert werden kann. Deshalb sind klimafreundliche Lösungen für den Straßengüterverkehr wie der eHighway gefragt.