Feldversuch eHighway Schleswig-Holstein

Erste Probefahrten auf dem eHighway

Nach Ankunft des ersten Test-LKW am Montag den 03. Juni wurde das Fahrzeug bei der Spedition Bode in Reinfeld überprüft und der Stromabnehmer für die Testfahrten eingestellt. Die ersten Testfahrten an der Oberleitungsanlage wurden am Montagabend gegen 20 Uhr aufgenommen. Aktuell werden mechanische Funktionstests, sogenannte „Beschleifungsfahrten“ durchgeführt. Die Fahrten sind notwendig, um das Zusammenspiel der LKWs und der Anlage zu erproben und Teil der Inbetriebnahmeprozedur.

Geräusche im Bereich des eHighways

Lärm an der A1 ist in den Anliegergemeinden schon seit Jahren ein Thema und die Belastung der Anwohner durch die Autobahn zweifellos hoch.

Die nun in Medienberichten aufgegriffenen Beschwerden von Anwohnern über Lärmbelästigungen, die man auf den eHighway zurückführt, konnten jedoch von Seiten der Planer, Errichter und des Auftraggebers bislang nicht nachvollzogen werden, da entsprechende eigene Beobachtungen noch nicht gemacht werden konnten. Den Veranwortlichen ist aber klar, dass die Anlage die Anforderungen des Immissionschutzes schlussendlich erfüllen muss und etwaige Mängel abzustellen sind. Das Einordnen der beschriebenen akustischen Phänomene in einen physikalischen Kontext, die Ursachenklärung und die Beseitigung entsprechender Mängel bedingen allerdings die Begutachtung vor Ort bei erneutem Auftreten.

Die Projektleitung hat daher - über die Gemeinde - betroffene Mitbürger um nähere Informationen gebeten, wann genau die Geräusche aufgetreten sind. Für den Fall, dass erneut auf den eHighway zurückgeführte Lärmbelästigungen aufkommen, wurde außerdem um sofortige Mitteilung gebeten. Hierzu wurde eine Telefonnummer genannt, die auch über die Kontaktmöglichkeiten dieser Webseite erfragt werden kann.

 

Bergungsarbeiten auf dem eHighway

Wie auch der lokalen Presse zu entnehmen war, verunglückte am 07. Mai 2019 ein PKW in der Baustelle des eHighway. In den frühen Morgenstunden hatte der Fahrer offenbar zunächst die Absperrung an der Baustelleneinfahrt übersehen und war dann mit einem abgestellten Baufahrzeug kollidiert. Der Mann blieb glücklicherweise unverletzt.

Die anschließende Bergung des PKW mit einem Kranwagen musste aufgrund der Baustellentrennwand von den beiden linken Fahrstreifen aus durchgeführt werden. Das Auto konnte aber dennoch problemlos unter der Oberleitung heraus gehoben und auf dem Kranwagen abtransportiert werden.

Die regionalen Abschlepp- und Bergungsunternehmen waren bereits zuvor in einem Workshop in der Autobahnmeisterei über die neue Situation auf der A1 informiert worden, dabei wurden auch notwendige  Änderungen an Bergekonzepten diskutiert.

Bei dem Vorfall zeigte sich nun, dass Bergungsarbeiten von PKW durchaus auch unter den Oberleitungen unkompliziert möglich sind.

 

Laufende Sicherheitsschulungen für Rettungskräfte am eHighway

Die Rettungskräfte der freiwilligen Feuerwehren aus Reinfeld und Bad Oldesloe sowie der Feuerwehr Lübeck wurden im April / Mai geschult, um im Ernstfall auf einen Einsatz auf dem eHighway vorbereitet zu sein. Im Bedarfsfall können sie eine Abschaltung der Anlage jederzeit veranlassen oder sogar selbst vornehmen. Dazu werden die Feuerwehren u.a. mit Spannungsprüfern ausgestattet, die speziell für den eHighway in Schleswig-Holstein gebaut werden. 

Im Rahmen des praktischen Teils der Schulungen führte übrigens allein das Halten der Feuerwehrfahrzeuge in der Baustelle zu kilometerlangem Stockendem Verkehr.

Auch die Polizei, die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei und die Bergungsunternehmen wurden über die Besonderheiten des Systems und die sich daraus ergebenden Änderungen in den jeweiligen Abläufen informiert.

Die Anlage des eHighways ist ansonsten vergleichbar zur Technik von Straßenbahnen und Oberleitungsbussen: sie wird mit Niederspannung im Bereich von 670 Volt Gleichspannung betrieben und verfügt über Sicherheitstechnik, die bei Auffälligkeiten eine automatische Systemabschaltung auslöst. Zusätzlich wird die Teststrecke permanent von einer Schaltstelle überwacht. Über Fernwartungstechnik steuert diese den Anlagenzustand und veranlasst im Bedarfsfall weitere Sicherheitsmaßnahmen.