Feldversuch eHighway Schleswig-Holstein

„Green Economy“: Minister Jan Philipp Albrecht besucht drei neu gegründete GreenTec-Unternehmen und den Feldversuch eHighway

Umweltminister Jan Philipp Albrecht: „Die grüne Transformation unserer Wirtschaft ist kein Ziel, das in ferner Zukunft liegt. Sie ist längst im schleswig-holsteinischen Unternehmertum angekommen.“

KLEIN WESENBERG/REINFELD/BÖRNSEN. Ob aus Seegras, einem Abfallprodukt der Küsten, eine ökologische Alternative zu Dämmstoffen und Polstermaterial wird. Ob Hygieneartikel per Abo vertrieben und aus schnell nachwachsendem Bambus hergestellt werden. Ober ob Verpackungen aus kompostierbarem Material gefertigt werden und so die herkömmliche Plastikschale ablösen können. Vielfältig sind die Ideen schleswig-holsteinischer Unternehmen, wenn es um nachhaltige Wirtschaftssysteme geht, die natürliche Ressourcen schonen und zugleich Wachstum versprechen.

Umweltminister Jan Philipp Albrecht hat den heutigen Auftakt seiner Sommertour unter das Motto „Green Economy“ gestellt. Warum? „Weil es angesichts des Klimawandels eine der drängendsten Fragen unserer Zeit ist, wie sich Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft miteinander verbinden lassen“, sagt der Umweltminister. „Die grüne Transformation unserer Wirtschaft ist weitaus mehr als ein Ziel, das in ferner Zukunft liegt. Sie ist längst im schleswig-holsteinischen Unternehmertum angekommen. Dass wir umdenken müssen – hin zu einer umweltfreundlicheren und sozialverträglicheren Wirtschaft – ist eine der großen Lehren aus der Pandemie.“

Während seiner Sommertour hat Minister Albrecht, in dessen Ressort das Thema Nachhaltigkeit eine große Rolle spielt, gleich drei neu gegründete GreenTec-Unternehmen besucht. Einen Zwischenstopp legte der Energiewendeminister zudem bei der Spedition Bode in Reinfeld ein: Hier wird bereits seit 2019 mit dem Feldversuch eHighway wissenschaftlich untersucht, wie sich die CO2-Bilanz im Schwerlastverkehr auf der Straße verbessern lässt. Zudem hat das traditionsreiche Familienunternehmen auf 6000 Quadratmetern Fläche eine Photovoltaikanlage errichtet und bezieht Ökostrom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen. Wie die Spedition Bode und die jungen „Green Tec“-Unternehmen Seegrashandel GmbH, Improving Earth GmbH und Superseven GmbH, versuchen bereits heute etliche Firmen in Schleswig-Holstein, Mensch und Umwelt wieder in Einklang zu bringen.

Hintergrund

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen definiert die „Green Economy“ als eine Ökonomie, die zu einem verbesserten menschlichen Wohlergehen und zu sozialer Gerechtigkeit führt – bei deutlicher Reduzierung von Umweltrisiken und ökologischen Knappheiten. Ihr geht es um ganzheitliches Denken und um nachhaltiges Wirtschaften.

Sendehinweis: NDR "Wie geht das?" Brummis unter Strom

Sendetermin: Freitag, 09. Juli 2021, 15:00 bis 15:30 Uhr

In Schleswig-Holstein liegt die Teststrecke für einen viel beachteten Versuch zur Reduzierung der Schadstoffemissionen im Straßenverkehr: Von Juni 2019 an sollen auf einer vier Kilometer langen Strecke der Autobahn 1 zwischen Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck Lkw mit Elektroantrieb fahren. Versorgt werden sie durch eine Oberleitung, vergleichbar mit der Funktionsweise von Straßenbahnen.

Die Wissensreportage aus der Reihe "Wie geht das?" begleitet die Bauarbeiten der Stromtrasse, spricht mit den Anwohnern an der Teststrecke, begleitet die wissenschaftliche Auswertung durch die Fachhochschule Kiel und sammelt Erfahrungswerte von der Spedition, die die Elektro-Brummis stellt.

Logistik der Zukunft bei den Fehmarn Belt Days | 31.05.2021

Im Rahmen der logRegio-Session „Sustainable Transport and Mobility/Green Corridor“ der Fehmarn Belt Days 2021 war am 31. Mai auch der Feldversuch eHighway Schleswig-Holstein Thema bei der Frage nach der Logistik der Zukunft. Die Reinfelder Spedition Bode, Praxispartner des Feldversuchs, sprach über den Einsatz verschiedener alternativer Antriebsmöglichkeiten für den Schwerlastverkehr.

Oberleitungstechnologie mit erneuerbaren Energien

„Mit Blick auf die Klimaziele muss sich auch die Mobilität grundlegend ändern. Das hatten wir so noch nie“, erklärt Marc-Philipp Bode, Geschäftsführer Spedition Bode. Das Unternehmen will selbst frühzeitig neue Technologiealternativen ausprobieren und engagiert sich als Partner im Projekt eHighway Schleswig-Holstein, das elektrisch angetriebene Oberleitungshybrid-LKWs (OH-LKWs) als eine ergänzende Möglichkeit zum Transport auf der Schiene untersucht. Zu den acht Bereichen der Begleitforschungen gehört neben der Technik und den Auswirkungen auf die Umwelt auch die Wirtschaftlichkeit der Technologie, um neue Logistikkonzepte sowie Betriebs- und Betreibermodelle entwickeln zu können.

 OH-LKW fahren auch abseits mit Strom

„Für unsere Untersuchungen betrachten wir die Fahrten und logistischen Prozesse, die die Spedition Bode im Pendelverkehr zwischen ihrem Lager in Reinfeld und dem Lübecker Hafen durchführt“, erklärt Matthias Bramme vom Forschungspartner Kompetenzzentrum LOGWERT der Hochschule Heilbronn und weist auf einen wichtigen Punkt hin: „Oberleitungshybrid-LKWs fahren unter der Oberleitung nicht nur mit Strom. Vielmehr laden sie hier während der Fahrt ihre Batterie auf, damit sie auch abseits der Teststrecke ohne Diesel fahren können. So kann Zeit gespart werden, weil Stopps zum Nachladen entfallen können.“ Gemeinsam mit dem Institutsleiter Prof. Dr. Tobias Bernecker und mit seinem Kollegen Jonas Speiser hat Bramme für die wirtschaftliche Bewertung der Oberleitungs-LKW eine Untersuchungssystematik entwickelt. „Wir analysieren die im Feldversuch erhobenen Daten zu Fahrtverlauf und -dauer, Geschwindigkeitsprofil, Zuladung, Verbrauch und Antriebsart und ergänzen sie mit weiteren Daten zu den Einsatz- und Vorhaltekosten der Fahrzeuge“, zählt er auf.

Ein Rechenschema, das die Heilbronner Forscher ebenfalls entwickeln, soll es Spediteuren ermöglichen, die Nutzung von herkömmlichen LKW und OH-LKW für ihre logistischen Anwendungsfälle zu vergleichen. Ziel ist eine vergleichende Kostenrechnung anhand von Stunden- und Kilometerkostensätzen. „Zum einen hätten Disponenten damit eine Entscheidungsgrundlage, welches Fahrzeug für den jeweiligen Auftrag eingesetzt werden soll“, erklärt Bramme, „zum anderen können die Daten Transportunternehmen bei der strategischen Frage unterstützen, wenn es um die Anschaffung neuer Fahrzeuge geht.“

Entscheidungsgrundlage für Politik und Logistiker

Für Unternehmer Marc-Philipp Bode ist die Teilnahme am Projekt ein Gewinn: „Wir investieren Arbeitszeit, erhalten dafür im Austausch mit den Wissenschaftlern der Hochschulen aber jede Menge Wissen über eine Technologie die unsere tägliche Arbeit zukünftig umweltfreundlicher gestalten könnte.“ Der Feldversuch in Schleswig-Holstein wird noch bis Ende 2022 durchgeführt und die erhobenen Daten mit den Ergebnissen der beiden anderen eHighway-Projekte ELISA in Hessen und eWayBW in Baden-Württemberg zusammengeführt. Gemeinsam wird so eine Grundlage für die Entscheidung geschaffen, ob, wie und mit welchen Rahmenbedingungen die Oberleitungstechnologie in Deutschland eingesetzt wird, um die CO2-Bilanz im Schwerlastverkehr auf der Straße zu verbessern.

Austausch im FESH-Beirat | 17.05.2021

Akzeptanz - wichtiger Faktor für Forschungsprojekte

Beim Treffen des FESH-Beirates am 17.5.2021 tauschten sich Vertreter:innen aus Energiewirtschaft, Logistikbranche, Wissenschaft, kommunale Institutionen sowie Umwelt- und Naturschutzverbänden mit den Projektpartnern aus.

„Der kontinuierliche Austausch mit den vom Feldversuch betroffenen Interessengruppen ist uns wichtig, damit das Projekt zu Ergebnissen kommt, die von einer breiten gesellschaftlichen Basis getragen werden“, erklärt Johannes Grützner, Abteilungsleiter im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft Umwelt, Natur und Digitalisierung. „Die Reduktion von Treibhausgasemissionen mit technologieoffenen Lösungen im Verkehrsbereich ist ein wesentliches Ziel, aber auch eine komplexe Aufgabe. Die Gespräche mit Vertretern aus Forschung, Unternehmen und Verbänden sind für uns daher von zentraler Bedeutung“, ergänzt Michael Pirschel, Abteilungsleiter im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus. Der FESH-Beirat tagt daher halbjährlich zu den aktuellen Entwicklungen im Projekt und diskutiert praxisrelevante Fragestellungen.

Hoher Erklärungsbedarf für neue Technologien

Ein Schwerpunkt diesmal: die Akzeptanzforschung. Sie ist Teil der wissenschaftliche Begleitforschung, die im Projekt FESH Fragen zu Technologie, Ökologie und Ökonomie des eHighway untersucht. „Neben direkten Rückmeldungen ermitteln wir anhand von Medienanalysen, Interviews und Umfragen sowie Workshops ein umfassendes Bild über die aktuelle Einstellung der Befragten gegenüber dem Projekt“, erklärt Dr. Ilona Kryl, von der Friedrich-Schiller-Universität Jena, einem der FESH-Forschungspartner. Aus den Auswertungen lassen sich auch Ansätze ermitteln, wie die Akzeptanz erhöht werden kann. Forschungsprojekte wie der Feldversuch eHighway-Schleswig-Holstein (FESH) beschäftigen sich oft mit Techniken und Themen, die anfangs in der breiten Öffentlichkeit noch nicht bekannt sind. Daraus ergibt sich ein hoher Erklärungsbedarf. Durch den direkten Austausch im Beirat ebenso wie durch die Ergebnisse der Akzeptanzforschung ergeben sich differenzierte Ansätze, um auf berechtigte Anliegen einzugehen und so die Akzeptanz zu erhöhen.

Übergreifende Begleitforschung

Im Beirat stellt Dr. Uta Burghard vom Fraunhofer ISI die wissenschaftliche Begleitforschung zu allen drei deutschen eHighway-Projekten (FESH, ELISA in Hessen und eWayBW in Baden-Württemberg) vor. Erkenntnisse aus diesen Projekten werden im übergreifenden Projekt BOLD (Begleitforschung Oberleitungs-Lkw Deutschland) zusammengeführt, das neben dem Schwerpunkt Akzeptanz auch einen Fokus auf Umweltwirkungen legt. „So können wir ermitteln, welche übergreifenden Fragestellungen für alle Projekte relevant sind und von allen Partnern zusammen bewegt werden sollten“, erklärt Burghard und zeigt auf, welche Herausforderungen es für die Akzeptanz gibt und welch unterschiedlichen Informationsbedarf und -interessen beispielsweise Speditionen, die Öffentlichkeit und direkt betroffene Anwohner:innen oder Rettungsdienste wie Polizei und Feuerwehr haben.

Die Ergebnisse der Akzeptanzforschung gehen in die laufende Arbeit des Projektes FESH ein. So werden beispielsweise regelmäßig die FAQs erweitert, um sowohl grundlegende Fragen als auch tiefergehenden Informationsbedarf zu decken.

Interessierte können gern jederzeit an der kontinuierlichen Online-Umfrage durch die Friedrich-Schiller-Universität Jena teilnehmen.

NDR berichtet über Wartungsarbeiten | 21.04.2021

Die Oberleitungstechnik des eHighway ähnelt sehr der Technik für Straßenbahnen. Die Wartung dieser Elemente des schleswig-holsteinischen eHighway übernehmen die Fachleute der NVS aus Schwerin, wo Straßenbahnen zum ÖPNV gehören. Der NDR hat ein Team zu den halbjährlich stattfinden Wartungsarbeiten an der Teststrecke des Feldversuches begleitet. Zum Fernsehbeitrag.

Wartungsarbeiten und Messinstrumente installiert | 12.04.2021

Vom 12. bis 22. April 2021 kontrolliert das Projekt bei regulären Wartungsarbeit unter anderem wieder die Funktionsfähigkeit des Kettenwerke der Oberleitung, der Masten und Schaltschränke. Michael Brand von der Forschungs- und Entwicklungszentrum Fachhochschule Kiel GmbH (FuE-Zentrum) ist zuständig für die Koordination der Begleitforschungen des Projektes in Schleswig-Holstein. Er nutzt die Streckensperrung, um für die Forschungspartner neue Messinstrumente an der Strecke anzubauen und bestehende Systeme zu überprüfen. „Die TU Dresden benötigt spezielle Reflektoren an der Oberleitung, damit ein System zur Windabtriebsmessung in Betrieb genommen werden kann“, nennt er ein Beispiel. Untersucht wird damit, ob das Kettenwerk auch bei starkem Wind oder Böen innerhalb der Toleranzen bleibt. Dies ist insbesondere im Zusammenspiel mit dem Stromabnehmer der OH-LKW wichtig, damit die Fahrzeuge jederzeit zuverlässig mit Energie versorgt werden.

Diesmal wird zudem ein System zur Lageerfassung der Deckenstromschienen installiert. Auf freier Strecke wird die Oberleitung als sogenannte Hochkette über der Fahrbahn geführt. Bei niedrigen Bauwerken wie zum Beispiel Brücken kann diese Bauform dazu führen, dass die lichte Durchfahrtshöhe von mindesten 4,50 m nicht eingehalten werden kann. Einen Lösungsansatz bilden Deckenstromschienen, bei denen der Fahrdraht nicht von einem Tragseil, sondern von einem Aluminiumprofil geführt wird. „Die Deckenstromschienen werden gleitend gelagert, dennoch beeinflussen sie und ihre Lagerung das Bewegungsverhalten des ansonsten frei aufgehängten Fahrdrahts“, erklärt Brand. Mit den jetzt installierten Sensoren wollen die Projektpartner erstmals über einen längeren Zeitraum ermitteln, welche Auswirkungen sich dadurch auf das Gesamtsystem ergeben. Außerdem wird ein System zur LKW-Identifikation installiert, um zu protokollieren, wann genau die OH-LKW-Teststrecke befahren wird. „Diese Daten nutzen unsere Forschungspartner beispielsweise, um zeitlich relevante Wind- und Wetterdaten in ihre Analysen einfließen zu lassen“, so Brand.

Aufstellung eines Forschungsunterwerkes | 01.03.2021

Für das Teilprojekt der Begleitforschung „Energie und Netzrückwirkungen“ wurde Montagnacht ein Forschungsunterwerk auf Höhe der Anschlussstelle Reinfeld aufgestellt. Die Autobahn in Fahrtrichtung Lübeck wurde dazu auf einer Länge von ca. 200 Meter auf eine Fahrspur reduziert. Die Kranarbeiten, um das 9 m lange und 14 t schwere Unterwerk von einem Schwerlast-LKW auf das vorbereitete Fundament zu setzen, konnten ab ca. 22.00 Uhr aufgenommen werden. Ab ca. 00.00 Uhr nachts war die Sperrung wieder aufgehoben. In den kommenden Wochen soll das Forschungsunterwerk an die bestehende Infrastruktur angebunden werden.

In der Bahntechnik stellt der Einsatz von Gleichrichtern in den Unterwerken seit langem eine zuverlässige Energieversorgung von Oberleitungen sicher. Durch die Verwendung gesteuerter Wechselrichter an der Schnittstelle zum öffentlichen elektrischen Netz, könnten unerwünschte Oberschwingungen reduziert werden. Mit dem Forschungsunterwerk soll untersucht werden, welche Technik (Gleichrichter / Wechselrichter) sich für eHighways in Bereichen von Versorgungsnetzen mit einem hohen Anteil an Erneuerbaren Energien besonders eignet. Das Institut für Elektrische Energietechnik der Fachhochschule Kiel führt die FESH-Begleitforschung zum Thema Energie und Netzrückwirkungen durch. Nähere Informationen zu dieser Begleitforschung finden Sie hier.

Messungen zur Untersuchung des mechanischen Verhaltens der Oberleitungsanlage

Im Rahmen der halbjährlichen Instandhaltung installierten die Technische Universität Dresden und die FuE-Zentrum FH Kiel GmbH in der Nacht auf den 16. September mehrere Reflektoren an der Oberleitung.
Ein von der TU Dresden eingesetzter Laserscanner kann damit die dynamische Seitenlage der Fahrdrähte und Tragseile erfassen und das mechanische Verhalten der Oberleitung während des Betriebs dokumentieren.
Um mögliche Umwelteinflüsse in die Auswertung einzubeziehen, wurde temporär auch ein Anemometer eingesetzt, welches lokal Windgeschwindigkeit und Windrichtung auf Fahrdrahthöhe aufnimmt.

Inbetriebnahme einer Umweltmessstation

Am 01. September wurde eine Umweltmessstation in Betrieb genommen. Sie nimmt kontinuierlich meteorologische Daten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Niederschlag, Strahlung, Windrichtung und Windgeschwindigkeit auf.

Für den Forschungsschwerpunkt Nutzung und technisches Verhalten der Oberleitungsanlage ist die Umweltmessstation von besonderer Bedeutung, um beispielsweise das Schwingungsverhalten der Kettenwerke im Zusammenhang mit Windeinwirkungen zu untersuchen. Zudem ist für die ökologische Gesamtbewertung des OH-Systems eine Vorrichtung (Ansaugleitung) installiert worden, um Luftschadstoffe zu messen.

Errichtet wurde die Messstation in der Nähe des Gleichrichterunterwerkes 1 an der Anschlussstelle Reinfeld.

Wartungsarbeiten in den Gleichrichterunterwerken

Am 28. und 29. April wurden im Rahmen der planmäßigen ersten Wartungsmaßnahme die beiden Gleichrichterunterwerke kontrolliert und gereinigt.

Mitarbeiter der Nahverkehr Schwerin GmbH nahmen dabei die Unterwerke teilweise komplett vom Netz, um beispielsweise auch die 30kV-Trafos von Staub säubern zu können. Besonderes Augenmerk bei den Funktionstests der Sicherheitseinrichtungen wurde auf die Leistungsschalter der Streckenabgänge gelegt, die die Oberleitung im Störungs- oder Gefahrenfall spannungsfrei schalten.

Instandhaltungsarbeiten an der Oberleitungsanlage

In der Zeit vom 14. bis 23. April wurden nachts Arbeiten an der Oberleitung des eHighways an der A1 durchgeführt. Dabei handelte es sich um die planmäßige erste Wartung der Oberleitungen.

In der Woche nach Ostern wurden zunächst über der Richtungsfahrbahn Lübeck die Kettenwerke und deren Trageinrichtungen auf ihren Zustand geprüft, bevor in der Folgewoche die Richtungsfahrbahn Hamburg abgearbeitet wurde. Zu den Prüfungen gehörten u.a. Sichtkontrollen der über der Straße montierten Bauteile und die stichprobenartige Kontrolle der Fahrdrahtlage.

Den Einsatz mit zwei parallel eingesetzten Hubsteigern führten Mitarbeiter von Nahverkehr Schwerin GmbH (NVS) und FuE-Zentrum FH Kiel GmbH gemeinsam durch.

Der eHighway in Schleswig-Holstein ist betriebsbereit

Am Donnerstag, den 05. Dezember 2019 konnte nach einer knapp zwei stündigen Probefahrt die Funktion der Anlage und Ihrer Oberleitungsinfrastruktur vom FuE-Zentrum FH Kiel GmbH und vom LBV.SH bestätigt werden.

Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht sagte dazu: „Wir wollen den emissionsfreien Güterverkehr erreichen und dafür ist die Erprobung der Oberleitungstechnologie ein wichtiger Baustein. Ich bin zuversichtlich, dass uns dieses Pilotprojekt wichtige Erkenntnisse auf dem Weg zur klimafreundlichen Mobilität und Logistik liefern wird“

Hier kommen Sie zur Pressemitteilung.

Vernetzungstreffen zum Thema „oberleitungsgebundener LKW-Schwerlastverkehr“ im Rahmen des BMU-Förderprogramms „Erneuerbar Mobil“

Am 07. November 2019 haben sich Vertreter aus Forschung und Industrie in Schleswig-Holstein getroffen, um projektübergreifende Erkenntnisse zum Thema „oberleitungsgebundener LKW-Schwerlastverkehr“ auszutauschen. Diesmal fand das Treffen im Rathaus Reinfeld statt und somit in unmittelbarer Nähe zur Teststrecke auf der BAB A1 zwischen der Anschlussstelle Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck.

Der Feldversuch, aktuell mit einer weiteren Teststrecke in Hessen, wird von unterschiedlichen Forschungsprojekten begleitet, die sich unter anderem mit ökologischen Fragestellungen, technologischen Herausforderungen und den notwendigen ökonomischen Rahmenbedingungen befassen. Themen wie zum Beispiel Potenziale zur CO2-Einsparung, Stabilität der Energienetz, Verhalten der Oberleitung, Zuverlässigkeit der Fahrzeuge, Systemeinbindung in bestehende Logistikkonzepte oder aber Modelle zum Betrieb einer solchen Infrastruktur geben in diesem Zusammenhang nur einen Teil der Analyseschwerpunkte wieder. Insbesondere die projektübergreifende Zusammenarbeit sowie die Möglichkeit Themen anhand der unterschiedlichen Teststrecken und Organisationsstrukturen zu betrachten bilden die Voraussetzungen für eine umfassende Systembewertung.

Die Initiative „Erneuerbar Mobil“ fördert Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, die die Potenziale der Elektromobilität zugunsten einer nachhaltigeren Mobilität erschließen. Hierbei bildet die Elektrifizierung des LKW-Schwerlastverkehrs ein zentrales Schwerpunktthema, welches vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert wird.

Nachbesserungsarbeiten auf dem eHighway

Im Rahmen der Inbetriebnahme des eHighway ist ein Mangel an einer Befestigungslasche eines überzähligen, nicht verbauten Querträgers/Auslegers, gefunden worden. Als Vorsichtsmaßnahme fanden bis Mitte September Nachbesserungsarbeiten an den Auslegern statt, um durch zusätzliche Bauteile eventuelle Beeinträchtigungen seitens der Befestigungslasche ausschließen zu können. Die zusätzlich verbauten Bauteile haben eine ungefähre Länge von ca. 20 cm und würden im Falle eines Mangels eine nicht genormte Befestigungslasche kompensieren.  

Erste Probefahrten auf dem eHighway

Nach Ankunft des ersten Test-LKW am Montag den 03. Juni wurde das Fahrzeug bei der Spedition Bode in Reinfeld überprüft und der Stromabnehmer für die Testfahrten eingestellt. Die ersten Testfahrten an der Oberleitungsanlage wurden am Montagabend gegen 20 Uhr aufgenommen. Aktuell werden mechanische Funktionstests, sogenannte „Beschleifungsfahrten“ durchgeführt. Die Fahrten sind notwendig, um das Zusammenspiel der LKWs und der Anlage zu erproben und Teil der Inbetriebnahmeprozedur.

Geräusche im Bereich des eHighways

Lärm an der A1 ist in den Anliegergemeinden schon seit Jahren ein Thema und die Belastung der Anwohner durch die Autobahn zweifellos hoch.

Die nun in Medienberichten aufgegriffenen Beschwerden von Anwohnern über Lärmbelästigungen, die man auf den eHighway zurückführt, konnten jedoch von Seiten der Planer, Errichter und des Auftraggebers bislang nicht nachvollzogen werden, da entsprechende eigene Beobachtungen noch nicht gemacht werden konnten. Den Veranwortlichen ist aber klar, dass die Anlage die Anforderungen des Immissionschutzes schlussendlich erfüllen muss und etwaige Mängel abzustellen sind. Das Einordnen der beschriebenen akustischen Phänomene in einen physikalischen Kontext, die Ursachenklärung und die Beseitigung entsprechender Mängel bedingen allerdings die Begutachtung vor Ort bei erneutem Auftreten.

Die Projektleitung hat daher - über die Gemeinde - betroffene Mitbürger um nähere Informationen gebeten, wann genau die Geräusche aufgetreten sind. Für den Fall, dass erneut auf den eHighway zurückgeführte Lärmbelästigungen aufkommen, wurde außerdem um sofortige Mitteilung gebeten. Hierzu wurde eine Telefonnummer genannt, die auch über die Kontaktmöglichkeiten dieser Webseite erfragt werden kann.

 

Bergungsarbeiten auf dem eHighway

Wie auch der lokalen Presse zu entnehmen war, verunglückte am 07. Mai 2019 ein PKW in der Baustelle des eHighway. In den frühen Morgenstunden hatte der Fahrer offenbar zunächst die Absperrung an der Baustelleneinfahrt übersehen und war dann mit einem abgestellten Baufahrzeug kollidiert. Der Mann blieb glücklicherweise unverletzt.

Die anschließende Bergung des PKW mit einem Kranwagen musste aufgrund der Baustellentrennwand von den beiden linken Fahrstreifen aus durchgeführt werden. Das Auto konnte aber dennoch problemlos unter der Oberleitung heraus gehoben und auf dem Kranwagen abtransportiert werden.

Die regionalen Abschlepp- und Bergungsunternehmen waren bereits zuvor in einem Workshop in der Autobahnmeisterei über die neue Situation auf der A1 informiert worden, dabei wurden auch notwendige  Änderungen an Bergekonzepten diskutiert.

Bei dem Vorfall zeigte sich nun, dass Bergungsarbeiten von PKW durchaus auch unter den Oberleitungen unkompliziert möglich sind.

 

Laufende Sicherheitsschulungen für Rettungskräfte am eHighway

Die Rettungskräfte der freiwilligen Feuerwehren aus Reinfeld und Bad Oldesloe sowie der Feuerwehr Lübeck wurden im April / Mai geschult, um im Ernstfall auf einen Einsatz auf dem eHighway vorbereitet zu sein. Im Bedarfsfall können sie eine Abschaltung der Anlage jederzeit veranlassen oder sogar selbst vornehmen. Dazu werden die Feuerwehren u.a. mit Spannungsprüfern ausgestattet, die speziell für den eHighway in Schleswig-Holstein gebaut werden. 

Im Rahmen des praktischen Teils der Schulungen führte übrigens allein das Halten der Feuerwehrfahrzeuge in der Baustelle zu kilometerlangem Stockendem Verkehr.

Auch die Polizei, die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei und die Bergungsunternehmen wurden über die Besonderheiten des Systems und die sich daraus ergebenden Änderungen in den jeweiligen Abläufen informiert.

Die Anlage des eHighways ist ansonsten vergleichbar zur Technik von Straßenbahnen und Oberleitungsbussen: sie wird mit Niederspannung im Bereich von 670 Volt Gleichspannung betrieben und verfügt über Sicherheitstechnik, die bei Auffälligkeiten eine automatische Systemabschaltung auslöst. Zusätzlich wird die Teststrecke permanent von einer Schaltstelle überwacht. Über Fernwartungstechnik steuert diese den Anlagenzustand und veranlasst im Bedarfsfall weitere Sicherheitsmaßnahmen.