Feldversuch eHighway Schleswig-Holstein

Countdown für Schleswig-Holsteins erste Elektro-Autobahn: Bund und Land geben Startschuss zum Bau des eHighway für Lkw an der BAB A1 vor Lübeck

von ehighway

Gemeinsam mit Bundes-Umweltstaatssekretär Florian Pronold und Björn Lehmann-Matthaei vom Forschungs- und Entwicklungszentrum der Fachhochschule Kiel gaben Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz und Energiewendeminister Dr. Robert Habeck heute in Bad Oldesloe den Startschuss zum Bau der landesweit ersten Elektro-Teststrecke. Das vom Bund mit rund 19 Millionen Euro finanzierte Pilotprojekt sieht den Bau einer 10,2 Kilometer langen Oberleitungsanlage zwischen Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck vor, mit der zukünftig schwere Lkw elektrisch betrieben werden können.

Die Anlage wird voraussichtlich Mitte 2019 in Betrieb gehen und durch die Reinfelder Spedition Bode getestet und genutzt werden. Der Gesamtauftrag war im März an ein Konsortium aus den beiden Unternehmen Siemens AG und SPL Power Lines Germany GmbH erteilt worden.

„Damit sind wir nach Hessen bundesweit das zweite Land, das diese ebenso innovative wie umweltfreundliche Technologie erproben und daraus wichtige Erkenntnisse für einen klimaschonenden Verkehr der Zukunft ziehen kann“, sagte Buchholz. Er sei gemeinsam mit seinem Kollegen Habeck zudem guter Hoffnung, dass die Teststrecke nach erfolgreicher Erprobung weiter ausgebaut werde. 

„Für die Energiewende ist dieses Projekt von besonderer Bedeutung. Wir müssen auch im Verkehr auf erneuerbare Energien umsteigen, wenn wir unsere Klimaschutzziele erreichen wollen. Dabei werden wir nur erfolgreich sein, wenn wir schon jetzt innovative Projekte wie den eHighway auch realisieren“, sagte Habeck.

Nach den Worten von Lehmann-Matthaei, Geschäftsführer der  Forschungs- und Entwicklungszentrum Fachhochschule Kiel GmbH, sollen den Baufeldvorarbeiten im Oktober die Bau- und Montagearbeiten folgen. Dazu gehöre neben Tiefbauarbeiten die Errichtung von so genannten Gleichrichterunterwerken und Masten sowie zum Schluss die Montage der Fahrleitungen. „Weitgehend alle Möglichkeiten zur Reduzierung von Eingriffen in den Straßenverkehr sowie die Hauptreisezeiten wurden bei der Bauablaufplanung berücksichtigt“, so Lehmann-Matthaei. Mit dem Ende der Bauphase soll im Mai 2019 der Testbetrieb der Anlage aufgenommen werden.

Wie Buchholz und Habeck sagten, solle im Rahmen des Feldversuchs unter realen Verkehrsbedingungen und wissenschaftlich begleitet eine technische, ökonomische und ökologische Systembewertung des eHighways erfolgen. Die ersten Test-Lkw werden mit einem Hybridsystem aus Diesel und Elektromotor ausgestattet sein. Grundsätzlich seien aber verschiedenste Hybrid- und Batteriekonzepte mit dem Oberleitungssystem kombinierbar, wodurch in Zukunft auch ein rein elektrischer Betrieb möglich ist.

„Der eHighway Feldversuch in Schleswig-Holstein ermöglicht die effiziente Nutzung der lokal und nachhaltig gewonnenen elektrischen Energie durch Lkw. Die Betriebsabläufe der Spedition Bode verbinden die Vorteile des Schienengüterverkehrs mit denen des innovativen Straßengüterverkehrs. Dies macht den Feldversuch in Schleswig-Holstein zu einem herausragenden und zukunftsweisenden Projekt!“ sagt Nils Schmidt, Leiter der Siemens Verkehrstechniksparte in Norddeutschland.

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