Feldversuch eHighway Schleswig-Holstein

Funktionstests und erste Probefahrten an der A 1 bei Lübeck

von ehighway

KIEL. Nachdem die Bauarbeiten am eHighway an der Autobahn A 1 zwischen Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck fast abgeschlossen sind, soll nun auch Strom durch die Oberleitungen fließen. Ab Montag, 27. Mai, werden zunächst Funktionstests stattfinden, bevor in der Folgewoche die ersten Lkw die Oberleitungsanlage im Baustellenbereich testen können.
Nach den Worten von eHighway-Projektleiter Jan Bachmann werden die Oberleitungen beider Fahrtrichtungen für die Dauer der Funktionstests zeitweilig unter Spannung gesetzt. „Wir nehmen Kurzschlussversuche sowie Isolations- und Erdungsmessungen vor und überprüfen Einzelsysteme wie die Enteisungsanlage. Sämtliche Tests werden durch Personal in der Baustelle überwacht“, sagt Bachmann. Um die Verkehrsteilnehmer durch zeitweise auftretende Lichtbögen nicht abzulenken, würden Sichtschutzeinrichtungen eingesetzt. Die Polizei-, Feuerwehr- und Rettungsleitstellen seien über die Funktionsprüfungen informiert.
Bachmann: „Von den Arbeiten gehen keine Gefahren für den Verkehr aus. Diese Funktionsprüfungen sind bei der Inbetriebnahme solcher Anlagen unerlässlich.“ In den letzten Wochen seien im Rahmen der Betriebsvorbereitungen zudem die mehr als 250 Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr geschult worden. „Wir sind also gut vorbereitet“, so Bachmann.
Bei erfolgreichem Abschluss aller Funktionsprüfungen sind ab dem 3. Juni erste Testfahrten mit Oberleitungs-Lkw innerhalb der Baustelle geplant. Der Abbau der Baustelle ist ab dem 17. Juni vorgesehen, damit zum Beginn der Sommerferien wieder alle Fahrspuren zur Verfügung stehen. Absehbar im September wird die in Reinfeld ansässige Spedition Bode den eigentlichen Transportbetrieb per Oberleitung aufnehmen. Bis dahin werden auf der Teststrecke verschiedene Versuchsfahrzeuge eingesetzt.
Hintergrund:
Mit der Fertigstellung der Anlage wird die Grundlage für die zweite Phase des Feldversuches eHighway in Schleswig-Holstein geschaffen. Ziel dieses bis Ende 2022 durchgeführten Projektes ist eine technische, ökonomische und ökologische Bewertung des Oberleitungssystems nach wissenschaftlichen Kriterien und unter realen Bedingungen.

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