Feldversuch eHighway Schleswig-Holstein

Projektbeschreibung

Mit dem Feldversuch eHighway auf der BAB A1 in Schleswig-Holstein (FESH) werden die Potenziale eines Oberleitungssystems zur Elektrifizierung schwerer Nutzfahrzeuge im realen Straßengüterverkehr untersucht.

Hintergrund

Der Klimawandel mit seinen Folgen ist eine der größten Herausforderungen, vor der wir aktuell stehen. Um die globale Erwärmung entsprechend des Pariser Klimaabkommens auf maximal 2° begrenzen zu können, müssen insbesondere in Industrie- und Schwellenländern die Treibhausgasemissionen drastisch gesenkt werden.

Die Europäische Union hat hierzu einen Fahrplan verabschiedet, in dem sich alle Mitgliedstaaten verpflichtet haben, die Emissionen bis 2050 um mindestens 80% (ggü. dem Stand von 1990) zu verringern.

Während hierzu in anderen Bereichen bereits Erfolge erzielt werden konnten, besteht im Verkehrssektor nicht zuletzt aufgrund des stetig wachsenden Transportaufkommens, ein hoher Handlungsbedarf, um das angestrebte Ziel zu erreichen.

In Deutschland wird der Verkehrssektor mit ca. 160 Mio. t CO2e (Jahr 2014) für rund 18 Prozent aller Treibhausgasemissionen verantwortlich gemacht.

Ansätze zur Vermeidung, Verlagerung oder Optimierung von Güterverkehren sind oft nur bedingt umsetzbar, scheitern an den hohen Flexibilitätsanforderungen oder führen nicht zu den erforderlichen CO2-Einsparungen.

Der effiziente Wechsel auf Erneuerbare Energien ist daher unumgänglich, um auch im Straßengüterverkehr die gesteckten Ziele erreichen zu können.

Hierzu ist die Entwicklung neuer technischer Lösungen und deren Erprobung essentiell.

Idee

Die Idee des eHighway ist, eine annähernd verlustfreie, direkte Energieversorgung der Fahrzeuge über Oberleitungen aufzubauen und hierüber sowohl die Energie für die Traktion als auch Ladestrom aus Erneuerbaren Energiequellen bereit zu stellen.

Während der Fahrt können so Batterien geladen werden, um nicht ausgebaute Strecken zu überbrücken. Gleichwohl ist der elektrische Antrieb auch mit anderen kombinierbar – hybride Lösungen sind in Zukunft bspw. auch mit PtG/PtL denkbar.

Nachdem der Sachverständigenrat der Bundesregierung 2012 das grundlegende Konzept als zukunftsträchtig bewertet hat, wurde die Technik nach dem Vorbild von Oberleitungs-Bussen und Straßenbahnen in verschiedenen Forschungsprojekten (u.a. ENUBA, ELANO) entwickelt.

Projektbeschreibung

Im Rahmen von FESH wird auf der BAB 1 zwischen der Anschlussstelle Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck der eHighway, ein Oberleitungssystem für schwere Lastkraftwagen, errichtet und im Realbetrieb getestet.

Das Ziel des Feldversuches ist, dieses System technisch, ökologisch, ökonomisch und unter Verkehrsgesichtspunkten zu bewerten, um der Politik Entscheidungsgrundlagen für einen möglichen Ausbau zu liefern.

Die Infrastruktur der etwa 2 * 5 km langen Teststrecke soll hierzu in einer ersten Phase des Projektes (FESH1) gebaut und bis Mitte 2019 in Betrieb genommen werden. In einer zweiten Projektphase (FESH2) wird dann das Konzept – u.a. in Zusammenarbeit mit der in Reinfeld ansässigen Spedition Bode GmbH & Co. KG und verschiedenen Forschungseinrichtungen – unter realen Verkehrsbedingungen evaluiert.